Simson AWO T 425
Deutsche Demokratische Republik 1951

250ccm/ 12 PS/
1Zyl. 4 Takt Motor OHV
Kardan
Gespanntauglich

 

 

 

 

Bei der Bezeichnung T 425 könnte man mit einer 400er Maschine rechnen. Irrtum, 4 steht für 4 Takte und 25 für 250 ccm.

Insgesamt könnte man meinen das es sich um eine BMW 250 handelt. Aber Vorsicht es paßt nichts. Die DDR BMW ist nämlich eine eigene Konstruktion. Anders als bei der EMW, deren Ursprung auch einer alten BMW Schmiede in Eisennach entspringt, handelt es sich bei Simson um eine eigenständige Auto- und Waffenschmiede.

Die Simson`s waren vor dem 2. Weltkrieg bekannt für Exklusive teure Autos. Aber auch Sie paßten nicht in das Konzept des 3.Reiches. Sie waren zwar anerkannte Geschäftsleute, aber sie waren Juden. Also mußten auch Sie das Land verlassen und flohen in die USA, wo ein Großteil der Familie noch heute lebt. Mit der Vertreibung durch die Nazis wurde aus der Nobel Autoschmiede eine Waffenschmiede der Nazis. Somit wurde die Firma Simson bereits lange vor der Übernahme der Kommunisten enteignet.

Zurück zu dem Motorrad. Auch sie hatte einen Kardanantrieb. Wieso waren eigentlich die meisten DDR Nachkriegsmotorräder mit einem Kardan ausgestattet? Ganz einfach. Es gab wie in der heutigen Zeit gegen Kuba einen Wirtschaftsboykott gegen die DDR. Und es gab im ganzen sog. sozialistischen Lager keine eigene Kettenproduktion. Ja, es ging sogar soweit, daß Ketten in Koffern aus Westberlin heimlich in die DDR geschmuggelt wurden. Also wieder eine Kardanmaschine. Trotz ihrer eher geringen 12 PS wurde auch sie häufig als Gespann eingesetzt. Insbesondere mit dem legendären Stoye 1 wird sie noch heute angeboten. Zahlreiche Umbauten, verbunden mit einem Hauch Rockerkult der DDR, ja, fast wie bei Harley Davidson gab es in den 70. Jahren. Sie wird von vielen verehrt und sie hat insbesondere in der ehemaligen DDR Kultstatus erreicht. Deshalb gebührt auch Ihr ein Platz in der Geschichte deutschen Motorradbaus, denn sie ist keine BMW.

 
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